Tandemstillen – Die größte Milchschnitte der Welt!

  1. „Mama, du bist die größte Milchschnitte der Welt!“
    Der Spruch kam gestern von unserem sechsjährigen Sohn, als er über das Tandemstillen seiner zwei jüngeren Geschwister (knapp zwei und fast drei Jahre alt) nachdachte.
    Ihm gegenüber habe ich oft ein schlechtes Gewissen deswegen, wenn wir ohne ihn kuschelnd, die Kleinen an mir nuckelnd, auf dem einen Sofa liegen und er auf dem anderen sein Hörbuch hört.
    Seit ich vormittags wieder arbeite ist es noch krasser geworden: Ich komme nach Hause, wo die drei mit dem Papa ihren Vormittag verbracht haben und die zwei kleinen Vampire stürzen sich auf meine Brüste.
    „Mama Milch dinken!!!“
    Manchmal merke ich dann erst beim Stillen, dass ich unseren Großen nicht einmal begrüßt habe.
    Ihn habe ich 15 Monate lang gestillt. Damals war die Stilldauer für uns alle ok. Denn ich bin arbeiten gegangen, habe sehr abgenommen durch die Doppelbelastung und mein Mann war dann auch ganz schnell die Hauptbezugsperson. Das wäre wohl nicht so schnell gegangen, wenn ich weiter gestillt hätte.
    Nun, als ich zu arbeiten begonnen habe, habe ich sehr überlegt ob ich abstillen soll. Allerdings wurde das Stillen für die beiden Kleinen auch noch viel wichtiger als vorher seit ich arbeite.
    Es ist für sie einfach Mama-Tanken.
    Die Zeit die ich nicht da bin ist für sie schwer und durch die Nähe, die wir beim Stillen haben holen sie es nach.
    Zuerst dachte ich es ist für mich körperlich nicht machbar weiter zu stillen. Ich habe wieder sehr abgenommen und manchmal musste unser Mittlerer zwei bis drei Stunden am Nachmittag nuckeln um wieder genug Mama zu tanken. Abwechselnd mit der Kleinen oder auch beide gleichzeitig.
    Das war für mich sehr zehrend!
    Bis ich dann auf die Lösung kam. Einerseits habe ich mir sehr gute, qualitativ hochwertige Nahrungsergänzung gegönnt. Auch das Aufbaumittel von Stadelmann hilft mir gut. Andererseits esse ich voller Freude rießige Mengen.
    Und den Druchbruch schaffte dann tatsächlich die Änderung meiner inneren Haltung! Ich tauschte die Kopfstimme, die innerlich meckerte, dass die Kleinen mich aussaugen, dass sie aufhören sollen, dass ich das nicht möchte, ein gegen liebevolle, beobachtende, genießende Aufmerksamkeit. Ich begann die Kleinen zu streicheln, ihnen liebe Worte zuzuflüstern, komplett aktiv zu stillen. Vorher hatte ich mich oft abgelenkt mit Handy oder Buch. Nun kam ich im Moment an, war achtsam, eine Still-Meditation. Und das machte einen riesigen Unterschied!
    Unsere Stillzeiten verkürzten sich drastisch und unser Mittlerer verkraftete es besser, dass ich wegging. Ich habe dazu auch ein Video aufgenommen, das findest du hier.
    Insgesamt würde ich jederzeit wieder Tandemstillen! Damals als ich so schnell wieder schwanger war (nach fünf Monaten) und meine wunderbare Hausgeburtshebamme mich auf die Idee brachte, war ich bis zur Geburt unsicher ob ich das schaffen kann und ob es für uns stimmt. Ich hatte große Angst davor, wie es werden würde. Kann unser Mittlerer seine geliebten Brüste teilen? Würde mein Körper den Beiden genug bereitstellen können?
    Aber unsere Hebamme ermutigte mich. Sie kannte Mütter, die Tandemstillten. Sie beruhigte mich, dass mein Körper immer nach dem Kleinsten gehen würde. Es kann nicht zu wenig bekommen, eher würde in der Schwangerschaft keine Milch mehr produziert werden. So war es auch, doch Mikamaus-unser Mittlerer nuckelte munter weiter. Es war ihm so wichtig. Ich konnte ihn immer weniger tragen und er lernte zum Glück früh laufen.
    Auch war ihre Aussage, dass das Kolostrum oder insgesamt die Qualität der Milch immer nach dem Kleinen gemacht würde und die Quantität dann vom Großen.
    Und so war es. Kurz nach der Geburt floß die Milch in Strömen und Mikamaus war darüber so glücklich, dass er eine Zeitlang fast nichts mehr zusätzlich aß.
    Er liebte seine kleine Schwester so intensiv wie wir alle aus der Familie. Er freute sich uneingeschränkt darüber, dass sie da war und teilte ganz selbstverständlich „seine“ Brüste mit ihr.
    Als sie einmal nachts weinte und ich sie erst einmal abhielt, bedeutete er mir verschlafen, mit seinen wenigen Worten, ich solle sie doch an die Brust nehmen um sie zu beruhigen. Er selbst legte sich dann zufrieden hin und schlief weiter, als sie ruhig wurde.
    Falls du in die Situation kommen solltest, trau dich ruhig Tandem zu stillen! Es ist ein großes Abenteuer, aber es lässt dich innerlich wachsen und gibt dir so viel zurück! Kümmere dich um deinen Körper, sei liebevoll zu euch dreien oder vieren, oder whatever wie viele…
    Mittlerweile macht es mir auch in der Öffentlichkeit nichts mehr aus. Da wächst man wirklich rein.

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