Die Spielzeug-Welle wird zur Flut und überschwemmt das Haus

“Mama, gehen wir heute in den Spielzeugladen?”
Janoschbär hängt an meinem Bein und deutet wild nach rechts.
Ach Mist, falsche Straße ausgewählt. Wir hätten einfach schon früher einen Bogen gehen sollen, warum hab ich da nicht drangedacht?
Ein Blick in den Kinderwagen. Mikamaus und Kolibri sind eingeschlafen. Eigentlich ein perfekter Zeitpunkt.
“Hast du deinen Geldbeutel dabei, Janoschbär?”
“Ja!”

Er hüpft freudig, erwartungsvoll an meinem Bein auf und ab.
“Na gut!”
Janoschbär rast jubelnd los.
Er liebt den Spielzeugladen.
Eigentlich ist er auch immer sehr einsichtig wenn es um teuere, große Dinge geht und wählt sich sehr bedacht aus, was zu seinem Taschengeldbudget passt.
Außerdem lernt er eine Menge dabei.
Preise lesen, vergleichen.
Sich merken, was er gut findet.
Aus mehreren Dingen sich für eine entscheiden.
Ich weiß noch als er einmal nach einer halben Stunde alles ansehen gesagt hatÖ
“Mama sag du mir bitte was ich kaufen soll. Ich kann mich nicht entscheiden!”
Das hat er inzwischen gelernt.
Neulich war er sogar alleine im Spielzeugladen, hat sich beraten lassen und zuletzt kam er freudestrahlend mit seiner Beute heraus, wo ich auf die schlafenden Kleinen aufgepasst habe.
Erfahrungsgemäß spielt er mit selbstgekauften Spielsachen auch länger als mit geschenktem.
Doch wie sollen wir nun mit der wachsenden Zahl an Spieldingen umgehen, die da zu Hause durch die Gegend fliegen?
Es ist auch immer so viel zum aufräumen!
Und keiner hat Lust darauf.
Ich denke wir haben einen ganz guten Weg gefunden:
Bevor ich begonnen habe, bewußt Spielzeug wegzugeben, hatte es sich wahnsinnig angehäuft.
Allein zur Geburt bekamen wir so viel geschenkt!
Manche Bücher und Puzzles waren tatsächlich erst ab fünf Jahren sinnvoll und ich habe sie wirklich solange aufgehoben!
Da waren Spielsachen, die wir von Freunden bekommen haben.
Der Kaufladen, dessen kleine Packungen jeden Abend über den Boden verstreut lagen.
Liebevoll sammelten Thaddäus und ich sie ein, sortierten sie wieder in die Regale, dass am nächsten Tag wieder fleißig verkauft werden konnte.
Der Kaufladen steht heute leer.
Haben die Kinder Lust zu verkaufen, räumen sie selbst die Regale voll.
Meist mit Spielzeugautos.
Der Laden ist dann ein Spielzeugladen.
Oder Obst aus dem Obstkorb.
Echtes Obst, das dann nach dem Einkauf auch gegessen wird!
Viel besser als das Plastikobst, über das wir dann den Rest des Tages darübergestolpert sind.
Begonnen habe ich damit, dass ich alle thematisch sortierten Kisten auf den Dachboden in einen Schrank geräumt habe.
“Janoschbär, wir haben jetzt einen eigenen Spielzeugladen! Willst du ihn ansehen?
Wir kletterten gemeinsam auf den Dachboden und er war begeistert!
Eine Kiste nahmen wir mit uns herunter.
Als sie nicht mehr interessant war, brachten wir sie wieder hoch und tauschten sie gegen eine andere.
Nach einiger Zeit gerieten so viele Dinge in Vergessenheit.
Ich beobachtete.
Über einige freuten sie sich sehr und spielten viel damit.
Andere zogen sie hervor, bauten sie nicht einmal auf, ließen sie nur herumliegen.
Diese gab ich dann heimlich je nach Zustand in den Mülleimer, zum Secondhandladen oder zur Oase, die die Dinge nach Rumänien liefern, zu Kindern die gar nichts haben.
Heimlich musste es sein. Denn Janoschbär konnte sich, wenn ich ihn fragte von nichts trennen.
Zuerst hatte ich ein schlechtes Gewissen deswegen, mittlerweile sehe ich, dass es eine rießige Hilfe ist.
Es hilft uns allen, weil wir weniger aufräumen müssen.
Das Kinderspiel ist viel befreiter geworden.
Andere Dinge werden wichtig:
Höhlen bauen, verkleiden, fangen, verstecken, Parcour bauen, malen, vorlesen,…
Das alles hat mehr Raum.
Es gibt weniger Streit um Spielzeug.
Nach den meisten Dingen hat nie wieder jemand gefragt.
Mittlerweile sieht Janoschbär selbst ein, dass er wenn er sich fünf neue Autos kauft, fünf alte Dinge aussortiert.
Ein gutes Gefühl habe ich dabei nicht.
Unter schlimmen Bedingungen werden die meisten Spielsachen günstig produziert.
Andere Menschen leiden dafür und bei uns wird so vieles weggeworfen.
Dies erkläre ich auch unserem Fünfjährigen immer wieder.
Teilweise erklärt er selbst seinem kleinen Bruder:
“Schau mal, das ist Plastikquatsch, das geht so schnell kaputt. Das kaufen wir nicht!”
Mir hat auch die Einsicht geholfen, dass wir als Eltern zu jedem einzelnen Teil JA gesagt haben. Auch zu den geschenkten. Wir haben sie behalten.
Nun müssen wir auch mit aufräumen.
Das hat mir geholfen öfter auch NEIN zu sagen.
Teilweise habe ich neue Geschenke, die nicht geliebt wurden, gleich am nächsten Tag wieder in den Originalkarton gepackt.
Gewartet ob danach gefragt wird.
Falls nicht, ab in den Secondhandladen damit.
Dann können sich andere Kinder darüber freuen, bevor es bei uns nur rumfliegt und kaputt geht.

An dem Kindergeburtstag meines Neffens sah ich die Überforderung von ihm beim Auspacken. Er freute sich überhaupt nicht mehr richtig über die Dinge.
Stellte sie auf den Geschenketisch, dort häuften sie sich.
Wahnsinn! Was für ein Wohlstand, was für eine Flut an Geschenken.
Alleine von diesem einen Geburtstag könnte ein komplettes Kinderzimmer eingerichtet werden.
Da kam ein Freund von uns, gratulierte ihm und sagte:
“Ich schenke dir einmal mit mir ins Kino gehen. Nur wir beide. Du suchst den Film aus!”
Wie er sich freute! Er sprang und jubelte.
Rannte zu seinen Eltern und erzählte es ihnen.
Wow.
Zuerst, als unser Freund den Satz sagte, dachte ich mir:
Warum malt er nicht wenigstens eine Karte oder schenkt noch etwas Kleines dazu, um nicht mit leeren Händen da zu stehen?”
Aber all das wäre überflüssig gewesen.
Das Geschenk war perfekt, wie es war.
Davon habe ich soviel gelernt!
Wir schenken nun auch immer Erlebnisse.
Unseren Kindern, wir raten es den Verwandten, schenken es Freunden von unseren Kindern, unseren Neffen.
Meine Tante hat Janoschbär auch einmal einen solchen Tag geschenkt mit Buchkauf und Zug fahren. Ein liebevoll gemalter Comic hing ein halbes Jahr lang an der Wand bis der große Tag gekommen war und der Gutschein eingelöst wurde.
Als Janoschbär nach Hause kam war er wieder ein Stück gewachsen.

Mir hat das Spielzeug weggeben und Aussortieren geholfen insgesamt Dinge loszulassen.
Die Ermunterung des Buches “Magic Cleaning”, auch Dinge einfach einmal wegzuwerfen, hat mich wahnsinnig befreit.
Vorher habe ich immer gesammelt.
“Das ist doch noch gut.”
“Das könnte man ja mal noch für…brauchen!”
NEIN
Hast du es in dem letzten Jahr nicht einmal überhaupt eines Blickes gewürdigt, trenn dich einfach!
Du wirst es nicht vermissen.
Ist der Zustand so, dass du es nicht mehr verkaufen könntest, werf es weg.
Niemand wird sich darüber freuen.
Die Dinge hatten ihre Zeit.
Sie haben zu einer gewissen Zeit Glück geschenkt.
Und wenn es auch nur am Tag des Kaufes war.
Es hatte seine Bestimmung und seine Zeit ist abgelaufen.

Bei Spielsachen beobachte ich dasselbe, wie mit Büchern.
Irgendwann hast du das Buch ausgelesen, stellst es ins Regal und siehst es für eine lange Weile nicht mehr an.
Am besten gibst du es gleich weiter.
So ist es für die Kinder mit Spielsachen.
Irgendwann sind sie fertig damit.
Sie haben alles gelernt was sie damit lernen konnten.
Nun ist es Zeit sie weiterzugeben, dass sie andere Kinder erfreuen oder wieder Platz für Neues sein kann.
Für mich ist die Zeit des Sammelns beendet.
Sie war lange genug und es hat soviel Arbeit gemacht mich von all den Sammlungen zu befreien und ist immer noch nicht komplett abgeschlossen.
Aber es ist ein Prozess, der begonnen hat und der mich gerade wahnsinnig erfüllt und glücklich macht.
Wie ich früher Befriedigung über ein neues Ding empfunden habe, bin ich nun glücklich, wenn ich etwas weggeben konnte.
Ich kann “Nein, danke.” sagen, wenn mir jemand etwas anbietet, wo ich früher immer alles genommen habe.

Außerdem hilft uns auch unsere Aufräum-technik:
Du kehrst mit dem Besen alles im Raum auf ein oder mehrere Haufen.
Die Kinder kommen gerannt und suchen sich raus, was sie behalten mögen.
Sie räumen es gleich in die Spielzeugschubladen.
Du sammelst heraus, was du behalten willst.
Am besten in eine Kiste, mit der du dann durch das Haus gehst und die Dinge einsortierst.
Da musst du nicht für einzelne Teile immer hin und her laufen.
Der gesamte Rest von Kleinteilen und Dreck kommt in den Müll.

Also für uns hat es sich sehr gelohnt, bei jedem Teil zu überlegen:
“Möchte ich das behalten? Macht es mich glücklich?”
So habe ich das ganze Haus aussortiert, Raum für Raum.

Mach dich frei.
Mach dich leicht.
Du brauchst weniger Zeit zum Aufräumen und hast mehr Zeit mit deinen Kindern!

 

Wenn du Lust auf gründliches Spielzeug-Ausräumen hast,

aber nicht weißt wie du anfangen sollst oder weitermachen.

Wenn ihr Lust darauf habt, dass das Spiel eurer Kinder sich verändert, dass ihr alle weniger aufräumen müsst und weniger Streit habt wegen Aufräumen, helfe ich euch gerne:

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