Nimm dein Kind aus dem Kindergarten und genießt die Freiheit!

Ein Blick nach unten, mein Bauch rundet sich.
Bald werde ich meine Füße nicht mehr sehen können.
Mit dem Sichtbar werden und Wachsen meines Bauches kommen die Fragen:
“Wirst du dein Kind impfen?”
“Möchtest du Babykleidung haben?”
“Wann wirst du deine Ausbildung fertig machen?”
“Kommt das Kind dann in die Krippe?”


So viele Dinge zu bedenken, zu überlegen, welche Verantwortung für einen anderen Menschen kommt da auf uns zu?!!!
Dann ist er endlich da der kleine Wicht, die Entscheidungen gehen weiter, werden mehr, hören nicht auf.
Immer wieder die Frage:
“Wann kommt er denn in die Krippe?”
Wir merken mit der Antwort: “Mit drei dann in den Kindergarten.” sind wir schon beinahe allein auf weiter Flur.
Dabei fühlt es sich so richtig und natürlich an das kleine, geliebte Wesen an unserer Seite zu haben.
Für uns beide, Thaddäus und mich ist klar, dass einer von uns zu Hause bleibt.
Als ich meine Ausbildung abschließe, ins Referendariat gehe, dann er.
Selbstbetreuung statt Fremdbetreuung.
Und sie haben einen Riesenspass der Papa und der Sohn!
In Kürze wird Janoschbär zum Papakind. Thaddäus ist im Kino und ich kann ihn kaum beruhigen.
Morgens gemeinsames Ausschlafen, Dauerkarte im Tiergarten, Playmobil Funpark, Spaziergang im nahen Park, das Programm ist grenzenlos und purer Lebensgenuss!

Zu Jahresbeginn, als Janoschbär zweieinhalb ist fangen die Zwei an die nahen Kindergärten zu besichtigen.
Schließlich braucht er ja Kontakt zu gleichaltrigen Kindern, so unsere Überzeugung.
Nachdem der staatliche Kindergarten abschreckt, da in einem Raum 60 Kinder krakeelen und der Lautstärkepegel unerträglich ist,
fällt die Entscheidung auf den Waldorfkindergarten mit Draußengruppe für die Älteren.
Einen Waldkindergarten gibt es in der ländlichen Umgebung leider seltener als in den Städten.
Das wäre unser Favorit gewesen.
Der Kindergarten war wunderschön eingerichtet, die Erzieherin ein Engel.
Aber von Anfang an fand ich es schwierig, dass Janoschbär dort Zeit verbringt, von der wir nicht wissen, was er dort erlebt.
Er erzählte NICHTS, wirklich gar nichts, egal wie sehr wir nachbohrten.
Ab und zu kam dann ein gelerntes Lied oder ein Gedicht aus ihm heraus.
Ich hielt dann die Luft an und versuchte jedes Wort aufzuschnappen, bevor der magische Moment wieder vorbei war.
Sobald er merkte dass ich zuhörte, hörte er meist sofort auf zu rezitieren.
Er kam dann letztendlich mit zweieinhalb schon in den Kindergarten, da ein Platz frei war und wir keine Argumente dagegen hatten.
Ich wurde wieder schwanger und wir waren froh, dass Geburt des Geschwisterchens nicht mit dem Kindergartenbeginn im Herbst zusammenfallen würde.
Ihn hinzubringen und dortzulassen bekam ich nie hin.
Immer wenn ich fuhr, brachte ich ihn wieder mit nach Hause.
Er bat mich, er weinte, er klammerte sich an mich.
Ich denke Thaddäus und er hatten da eine bessere Routine, da sie es täglich machten, ich nur an meinem freien Tag.
Den Tag als wir ihn gemeinsam brachten und einen Termin am Amt hatten und dringend weg mussten werde ich nie vergessen.
Er weinte und schrie, die Erzieherin -die neue, strenge- hielt ihn fest, wir schlugen die Tür zu und rannten los.
Warum haben wir das gemacht? Hätten wir ihn doch mitgenommen.
Die Erinnerung fühlt sich ganz blöd an.
Heute möchte ich mehr auf meine Gefühle als Mutter hören, statt auf die Stimme in meinem Kopf die gesellschaftlich geprägt ist.
Janoschbär hatte von Geburt an einen Biorythmus, der nicht zum Kindergarten passte.
Hätten wir ihn immer ausschlafen lassen, wäre er erst um zehn dort gewesen, statt wie gefordert um acht.
Er war mit vielen Kindern im Raum überfordert wenn er ankam, deshalb sollten wir ihn sogar schon um sieben bringen.
Das half ihm dann schon bei der Eingewöhnung, aber ich finde es bis heute grausam ein Kind zu wecken.
Er hatte bald einen dicken Freund, der leider zum Jahresende in einen anderen Kindergarten wechselte.
Zum neuen Kindergartenjahr kam dann sein neuer Freund, mit dem er Autos tauschte und am Laternenumzug stapften sie stillschweigend und glücklich nebeneinander her.
Heute ist die Mama des neuen Freundes meine beste Freundin und ich will die Kindergartenzeit deshalb nicht missen.
Nur als dann Mikamaus auf die Welt kam und Thaddäus und ich ein halbes Jahr lang beide zu Hause waren wurde es für Janoschbär echt hart.
Jeden Tag musste er als einziger aus dem Haus gehen.
Wir blieben mit dem neuen Baby zu Hause und er musste weg.
Immer öfter wollte er auch zu Hause bleiben und wir ließen ihn auch oft.
Im Kindergarten wurde das nicht gerne gesehen. Sie wünschten sich eine Regelmäßigkeit und meinten es würde ihm dann auch leichter fallen zu gehen.
Eine zeitlang zogen wir es durch.
Aber es fühlte sich nicht gut an, passte immer noch nicht zu Janoschbärs Biorythmus.
Wir hofften immer, dass es leichter für ihn würde, sobald er in die Draußengruppe käme.
Doch als es dann endlich soweit war, wollte er überhaupt nicht mehr gehen.
Ab und zu trugen wir ihn schlafend ins Auto, ehe er im Kindergarten so richtig wach war und gemerkt hat, was los ist, war Thaddäus schon wieder losgefahren.
Thaddäus lockte ihn mit “Pokemon Go” aus dem Haus.
Unterwegs fuhren sie dann alle Pokestopps ab.

Ich las unterdessen im Internet von “Kindergartenfrei”.
Unablässig schaute ich Videos darüber, lernte eine Familie kennen, deren Tochter nicht in den Kindergarten gehen sollte.
Zum ersten Mal begannen meine Glaubenssätze zu wackeln.
“Ein Kind muss doch in den Kindergarten!”
“Kinder brauchen doch andere Kinder um Sozialverhalten zu erlernen!”
Vorsichtig begann ich die Option in Betracht zu ziehen ihn vom Kindergarten abzumelden.
Unsere kleine Kolibri war geboren, einer von uns wird in den nächsten drei Jahren sowieso zu Hause sein.

Eines nachmittags am See sprach ich Janoschbär an:
“Nils, du MUSST nicht in den Kindergarten gehen. Wir machen das nur für dich. Dass du Spaß hast. Du sollst nur hingehen, wenn es dir dort gefällt.”
Er legte seinen Stock zur Seite und sah mich ungläubig an:
“Ich muss nicht in den Kindergarten? Dann will ich nie wieder im Leben dort hin!”
“In Ordnung, dann melden wir dich ab.”
Er strahlte und eine riesige Erleichterung machte sich in im breit.
Er wurde von Tag zu Tag entspannter.
Er stritt weniger mit anderen Kindern.
Er sprach mit meinen Großeltern.
Er schaute stundenlang Bücher mit ihnen an.
Obwohl er sie vorher ignoriert hat.
Er sagte weniger Ausdrücke.
Mittags brauchte er nicht zwei bis drei Stunden Ruhe mit Bücher lesen und im Arm halten, wie zuvor nach dem Kindergarten.
Langsam beginnt er länger selbstständig zu spielen.
Er spielt mit seinen Geschwistern.
Während der Kindergartenzeit war er nur genervt von ihnen, er war mit Sozialkontakten übersättigt.
Nachmittags noch einen Freund treffen überforderte ihn.
Er war agressiv und es gab viel Streit.
Dabei brauchte ich dringend den Kontakt zu anderen Müttern.
Vormittags versuchte ich alle Hausarbeit zu erledigen,um dann fertig zu sein, wenn ich ihn holte.
Die getrennte Zeit entfremdete Janoschbär von uns.
Manchmal ertappte ich mich dabei, wie ich ihn erst nachmittags spät abholte, weil ich keine Lust auf seine Launen hatte.
Mit den zwei kleinen Kindern und ihm, der sich vom Kindergarten erholen musste, fühlte ich mich überfordert.
Das hat sich jetzt um 180 Grad gewendet.
Ist er einmal ein Wochenende bei seinen Großeltern, fehlt er total.

Dekindergardening
Wenn es ein Deschooling-Prozess gibt, der ca. eineinhalb Jahre dauern soll, gibt es auch eine Dekindergardening-Zeit.
Noch immer, nach 10 Monaten kindergartenfreier Zeit gibt es Überbleibsel aus der Kindergartenzeit.
Schlagen und Schimpfwörter brechen leicht aus ihm heraus.
Durch viel verplante und vorgegebene Abläufe fällt es ihm manchmal schwer eigene Ideen zu haben und sie zu verwirklichen.
Erst ein halbes Jahr später konnte er formulieren, dass die Großen ihn und seine Freunde geschlagen haben und er deshalb nicht mehr hinwollte.
Dass er oft nicht zum gemeinsamen Essen kommen möchte führe ich ebenfalls darauf zurück, dass sie dort gezwungen wurden sich am Tisch zu benehmen,
was natürlich in einer großen Kindergruppe notwendig ist.

Argument: Sozialverhalten lernen
Wir erwarten, dass Kinder in einer Gruppe von Gleichaltrigen lernen sollen sich sozial zu verhalten.
Dabei ist dies, als würde man lauter Nichtschwimmer ins tiefe Wasser werfen und erwarten, dass sie sich
gegenseitig Schwimmen beibringen.
Leichter fällt es doch von älteren Kindern, von Erwachsenen, von alten Menschen gezeigt zu bekommen, wie man sich sozial verhält.
Doch alte Menschen werden in unserer Gesellschaft leider genauso weggesperrt wie Kinder.
In welchem Raum können denn Alte und Junge gemeinsame Zeit verbringen?
Auf den Straßen findet man beide kaum noch.
In den Kleinfamilien verbringen Kinder meist überwacht den Nachmittag und Abend.
Die Mütter gestresst und überfordert.
Gehetzt zwischen Beruf und Kindern muss alles unter einen Hut passen.
Auch die Geschwisterkinder haben doch kaum Zeit zusammen.
Eines in der Krippe, das andere im Kindergarten, das dritte in der Schule.
Papa geht in seine Arbeit, Mama in ihre.
Alle sind getrennt, den größten Teil des Tages.
Sieht so eine glückliche Familie aus?
Ich wünsche mir dringend, dass junge und alte Menschen mehr Teil an der Gesellschaft haben können.
In Betrieben gern gesehen werden.
Mithelfen dürfen, wo sie möchten.
Die Jungen lernen fürs Leben.
Die Alten fühlen sich gebraucht und sehen einen Sinn im Leben.
Statt im Altersheim zu verkalken.

Unser kindergartenfreies Leben
Ausschlafen.
Die Geschwisterr spielen.
Janoschbär freut sich rießig Freunde zu treffen, er spielt entspannt und ohne Ende.
Die Kinder sind viel Draußen.
Der Betreuungsschlüssel 1:3 oder 2:3 ist richtig gut oder sogar 4:3 wenn meine Eltern noch da sind.
Die Kinder helfen im Haushalt so gut sie können oder bekommen zumindest alle anfallenden Arbeiten mit.
Bei Ausflügen sind sie ausgeruht und entspannt, statt gestresst, überfordert und müde.
An öffentlichen Orten, wie Tiergarten oder Schwimmbad ist unter der Woche überhaupt nichts los im Vergleich zu überfüllten Wochenenden.
Eine geliebte Bezugsperson tröstet in traurigen, schmerzhaften Situationen.
Wir genießen die Tage, spielen und toben.
Ganz normales Leben.
Zur Zeit gehe ich arbeiten, vorher war Thaddäus halbtags weg.
Wir haben genug zum Leben und viel wiechtiger: viiiiiel gemeinsame Zeit.
Und darum geht es doch.
Um glückliche Lebenszeit.

Wir möchten euch ermutigen ungewöhnliche Wege zu gehen.
Die meisten machen es anders.
Und sicher soll es jede Familie so machen, wie es für sie passt.
Aber lasst doch einmal diese Möglichkeit auch zu.
Keine Kinderkrippe.
Kein Kindergarten.
Diese Option gibt es auch.
Und sie ist herrlich und hat unglaublich viele Vorteile.
Einfach das Leben genießen.
Den Alltag feiern.
Mit Kindern!

Schaut auch mal auf der Kindergartenfrei-Homepage hier vorbei.
Die Auflistung der Argumente hat mich sehr ermutigt und bald wird es ein Buch geben.

Hinterlasst gerne einen Kommentar unten.

Falls ihr auch Lust auf Kindergartenfrei habt,
aber nicht genau wisst wie, meldet euch gerne!
Ihr überlegt wie es funktionieren kann, alle Kinder selbst zu betreuuen und noch genug Zeit für euch,
für euch als Paar und für den Haushalt und all die anderen Dinge, die ihr machen möchtet, zu haben?
Wie sollen die Kinder andere Kinder kennenlernen?
Werden sie immer glücklich zusammen spielen?
Geht Kindergartenfrei auch als Alleinerziehende/r?
Bei Einzelkindern?
Wenn du möchtest kläre ich alle deine Fragen mit dir in einem persönlichen Skype-Gespräch.
Danach gebe ich dir noch einen E-Mail Support für einen Monat.
Ich unterstütze euch bei allen euren Überlegungen und Planungen.
Und dann könnt ihr euer neues, freies Leben genießen und erst mal richtig lange ausschlafen!
Das Coaching-Paket bekommt ihr für 120 €.
Meldet euch einfach per Mail um einen Termin auszumachen:
birkewolf@gmail.com

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