Wie du gelassen mit der Angst vor verschluckbaren Kleinteilen umehen kannst obwohl dein Baby sich ALLES in den Mund schiebt

Die kleine Kolibri kann noch nicht sitzen.
Sie liegt im Gras auf dem Bauch, untersucht den Boden und schiebt sich unablässig kleine Steine, Rindenstückchen und Grashalme in den Mund.
Kurz sehe ich ihr zu, dann wieder Janoschbär und Mikamaus, die gerade am Klettergerüst klettern.
Meine Freundin zieht währenddessen hektisch ein Kleinteil nach dem anderen aus Fäustchen und Mund ihres Babies.
Ich genieße es entspannt sein zu können und mir nicht so einen Streß machen zu müssen.
Diese entspannte Haltung ist hart erarbeitet:

Erste Hilfe Maßnahmen kennen
In unserer Tauchlehrer Ausbildung enthalten war auch ein Kurs „Erste Hilfe am Kind“.
Dies möchte ich allen Eltern ans Herz legen, einen solchen zu absolvieren.
Dadurch werden dir Ängste genommen und eine Selbstsicherheit entsteht, die dich schlimme Situationen kompetent meistern lassen.
Zum Thema „Verschlucken“ gibt es zwei wichtige Griffe, die jeder kennen sollte, der eure Kinder betreut.
Diese gibt es überall im Netz zu finden, mit Bildern und ausführlichen Beschreibungen.

Umgebung scannen
Sobald du das Baby auf dem Boden ablegst, solltest du dich vergewissern, dass keine Zigarettenstummel oder andere gefährliche oder eklige Dinge im erreichbaren Umkreis bist.
Ich bin mir sicher, das geschieht sowieso automatisch.
Zigarettenkippen sind richtig giftig, wenn die Kleinen darauf herumschnullen.
Räume allen herumliegenden Müll in den nächsten Papierkorb und die Welt ist schon wieder ein Stück schöner geworden!

Baby lead weaning
Falls du den Begriff nicht kennst, lies etwas über diese Art der Beikosteinführung.
Für unsere Kinder hat sie toll geklappt.
Die Kompetenz des Babies wird enorm erhöht in Bezug auf Verschlucken.
Sie lernen prima welche Größe und Konsistenz sie leicht hinuntergeschluckt bekommen und was sie lieber wieder ausspucken.
Auch wissen sie sehr gut, was essbar ist und was nicht.
Da sie selbst entscheiden, was sie sich in den Mund schieben anstelle eines Löffels den sie ungefragt hineingeschoben bekommen.

Eine entspannte Haltung entspannt auch das Baby
Auch für die Babies stelle ich es mir sehr stressig vor, wenn sie die Umwelt erforschen möchten und dabei ständig unterbrochen werden.
Wird ihnen hektisch im Mund herumgefummelt, verschlucken sie sich vielleicht erst recht, da sie aus dem Konzept kommen oder es schnell schlucken wollen, bevor es ihnen weggenommen wird.

Vorgelagerter Würgereflex
Die Natur hat auch noch einen guten Trick eingebaut, der euch hilft euch entspannt zurückzulehnen wenn das Baby schon hustet.
Klar lehnt ihr euch nicht entspannt zurück, sondern beobachtet aufmerksam.
Eventuell auch beistehen, beruhigend auf den Rücken klopfen, auf den Arm nehmen.
Aber durch den vorgelagerten Würgereflex wird das Baby viel früher husten, als es bei uns der Fall ist.
Es sieht also schlimmer aus als es ist. Die Kleinen husten sehr schnell das dient allerdings ihrem Schutz und ist selten Grund zur Sorge.

Auf Kompetenz des Babies vertrauen
Je öfter ihr euer Baby beobachtet umso mehr werdet ihr seiner Kompetenz vertrauen.
Es ist wirklich unglaublich wie toll Kinder sich die Welt zu eigen machen.
Und natürlich will die Natur sich immer selbst erhalten. Die Kleinen wollen groß werden.
Sie wollen leben und sich nicht ersticken.

Für das Immunsystem ist es ja auch unterstützend ab und zu ein wenig Dreck zu essen. Manche behaupten sogar, dass Immunität gegen den Tetanus Virus entstehen kann.

In unserer Gesellschaft sitzt die Angst vor Verschlucken jedoch tief.
Meine Großmutter war schon einmal sehr unentspannt, eine ganze Stunde lang als wir Murmelbahn gespielt haben und das Baby die Murmeln im Mund hatte.
Auf der Straße stürzen manchmal wildfremde Menschen auf das Baby zu:
„Die hat Steine im Mund!“
„Ist in Ordnung, sie spuckt sie wieder aus!“
Die kleine Kolibri ist tatsächlich ab Geburt in unserem Wohnzimmer zwischen den Legosteinen groß geworden und hatte alle Kleinen auch mindestens einmal im Mund.

Allerdings habe ich die Warnung meiner Tante, die vier Kinder hat immer ernst genommen.
Sie hat vor Gummibärchen gewarnt, wenn die Kleinen herumlaufen und dann hinfallen.

Denn da hatte sie einmal eine kritische Situation, in der dann die Erste Hilfe Klopfmethode funktioniert hat.
Und von Chips kann ich auch nur abraten.
Da würgt die kleine Kolibri manchmal echt heftig.

Welche Erfahrungen hast du mit deinem Kind gemacht?
Kannst du rein von deinem Vater- oder Muttergefühl her der Kompetenz deines Kleinen in der Hinsicht vertrauen?
Ich freue mich über Kommentare!

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