Würdest du dein kleines Kind tagsüber allein lassen?

Auf dem Spielplatz hält die Mutter das Kind an beiden Händen.
Sie läuft krumm, das muss echt wehtun im Rücken auf Dauer!
Das Kind im Hohlkreuz, die wackligen Beine laufen schneller als der Körper.
Mir tun beide leid.
Ich verstehe euch beide!

Du, Mama willst deinem Kind die Welt zeigen.
Du bist unglaublich stolz.
Du hast es begleitet, seit es winzig war, kaum den Kopf heben konnte.
Jetzt läuft es schon!
Mit deiner Hilfe zwar, doch es läuft.
Und dein Kind will die Welt sehen.
Alles entdecken.
Doch: Gesunde, freie Bewegung sieht anders aus.
Lass das Kind doch bitte krabbeln!
Das trainiert ja sogar die Entwicklung des Gehirns.
Und es könnte selbstbestimmt die Umgebung erkunden.
Ich finde es auch unfair dem Kind gegenüber ihm zu suggerieren, dass man immer da ist und es hält, bei jeder kleinsten Stufe die es zu überwinden gilt.
Denn es ist unmöglich immer da zu sein.
Eines Tages ist man nicht da und das Kind ist nicht kompetent genug die kleine Sufe zu überwinden.

Stell dir vor:
Es war einmal eine Wolfsmutter.
Sie legt nachts jedes ihrer neun Kinder in eine extra Höhle.
Jede dieser Höhlen ist liebevoll eingerichtet und dekoriert und sie ist sich sicher, dass es den Kleinen dort super geht.
Dann legt sie sich zu ihrem Wolfsgemahl in die große Höhle.

Seltsame Vorstellung?
Nirgends im Tierreich gibt es solch eine seltsame Sitte, wie es sich in unserer westlichen Welt eingebürgert hat.
Sobald der erste Klecks auf dem Ultraschallbildern erkennbar ist, wird das Kinderzimmer eingerichtet und gestrichen.
Vorher wahrscheinlich sehnsüchtiges Warten auf die Geschlechtsdiagnose um sich für Rosa oder Hellblau entscheiden zu können.
Klingt extrem?
Ist tatsächlich schon manchmal genau so passiert.

Der Widerspruch könnte größer nicht sein.
Am Tag klammerst du dich an dein Kind und das Kind an dich und nachts legst du es weitentfernt in einen anderen Raum?

Lasst doch die Kinder bei euch schlafen!
Ich verspreche euch ruhigere Nächte und entspanntere Tage.
Am besten von Geburt an, denn im Mutterbauch ist das kleine, winzige Wesen dir so nahe. Ununterbrochen.
Näher als “in dir drin” gibt es nicht.
Es kämpft seelisch und körperlich schon mit der Trennung vom Innen ins Außen.
Siehst du das Zittern vor Kälte beim Abhalten oder Windelwechseln? Mindestens genauso zittert die kleine Seele wenn sie allein im Dunkeln erwacht und der vertraute Herzschlag, die Wärme, der Geruch fehlt.
Das Schreien kostet Energie und Vertrauen.
Und Schreien muss es, möglichst laut.
In der Evolutionsgeschichte sind die Kinder, die nicht aufgewacht sind und geschrieen haben, die gewesen, die gefressen wurden.
Denn die konnte man irgendwo alleine liegen lassen.
Der Säbelzahntiger hat sich gefreut.
Deshalb ist es normal, dass dein Kind nachts mehrmals erwacht.
Es versichert sich, dass es sicher und geborgen ist.
Liegt es neben dir, schläft es vielleicht gleich wieder ein oder nuckelt ein wenig oder muss pieseln und schläft dann wieder ein.
Für das Stillen ist es einfacher.
Du selbst wirst mit der Zeit kaum mehr aufwachen und am Morgen nicht wissen, wie oft du gestillt hast.
Du kannst dein Kind kurz abhalten oder wickeln ohne dass es wirklich aufwacht.
Denn du hast seine Signale rechtzeitig mitbekommen, bevor es wach wurde und geschrieen hat.

Ein absolut wichtiges Argument für das gemeinsame Schlafen im großen Familienbett ist:
Man kommuniziert auch nachts.
Alle sind sich näher.
Der Papa und die Kinder.
Die Geschwisterkinder.
Dieses Vertrauen und die Verbundenheit kommt mit in eueren Alltag und macht diesen leichter.
Am Spielplatz kann das Kind von euch wegkrabbeln und wieder zurückkommen weil es vollgefüllt ist mit Urvertrauen in euch Eltern und in die Welt.

Und ihr Eltern?
Ihr wollt ja auch gern zu zweit schlafen und nicht alleine, oder?

Aus unserer fünfjährigen Familienbetterfahrung:
Wir haben über die letzten Jahre drei kleine Mitschläfer in unserem Bett willkommen geheißen.
Es hat sich so natürlich und logisch angefühlt, das kleine Etwas das von Zellgrösse an, immer bei uns war einfach weiterhin bei uns SEIN und SCHLAFEN zu lassen.
Unser Bett haben wir auf 2,60 m erweitert. In der Mitte gibt es einen kleinen Spalt zwischen 1m und 1,60m Bett, die zusammengeschoben sind. Das 1m Bett haben wir in der Höhe angepasst, indem wir die Beine abgesägt haben.
Das Bett reicht von einer Dachschräge zur anderen, so kann niemand herauspurzeln.
Letzten Winter haben wir uns Alpaka-Wolle-Decken in 2,40 m Breite bestellt.
Sie sind superwarm, in Deutschland produziert. Und nie rutschen sie von einem Kind herunter.
In unserem ungeheizten Dachbodenzimmer ein Segen.

Es hat sich bei uns eingebürgert, gemeinsam schlafen zu gehen.
Der Babyschlaf ist nachts erfahrungsgemäß ruhiger, wenn ich auch abends schon dabei liege.
War ich noch länger wach und das Baby ist dabei einmal alleine erwacht, musste es die ganze Nacht lang öfter und länger nuckeln.

Und die Zweisamkeit als Paar?
Die genießen wir nachts an einem anderen Platz im Haus. Wenn einer von uns aufwacht, weckt er den Anderen.

Wir lieben unser Familienbett und vermissen es im Urlaub, wenn der Platz in der Ferienwohnung nicht ausreicht um die Betten zusammenzuschieben.

Schreibt doch unten in die Kommentare, wie euere Traum-Nächte mit Kindern aussehen!

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